Der Kollege mit der kalten Schnauze

Am 21.06.2019 fand der internationale Bürohundtag statt, der auch medial einiges an Beachtung fand. Ich habe auf Facebook unter einem Beitrag zu dem Thema kommentiert und eine äußerst harsche Reaktion erlebt. Ich bin der Meinung, dass ein Bürohund nicht die Allzweckwaffe ist, dass es allen besser geht: Ich kenne die Studien dazu (Streßreduktion, hebt die Laune, mehr Bewegung,…), aber was in den Diskussionen und auch in den Studien meistens nicht beachtet wird ist folgendes:

Es gibt Menschen, die haben panische Angst vor Hunden, ebenso Alergiker oder schlicht und einfach Menschen, für die ein Hund nichts im Büro zu suchen hat: Er verursacht Unruhe durchs herumlaufen, nimmt keine Rücksicht auf die Kollegen die nicht gestört werden möchten, bellt natürlich auch mal.

Klare Regeln helfen

Ich persönlich bin der Meinung, dass es gerade in Großraumbüros und innerhalb von Unternehmen klare Regeln geben muss, wie und ob ein Hund ins Büro mitgenommen werden kann. Diese Regeln beinhalten aus meiner Sicht folgende Aspekte:

  • Es müssen alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen die Chance bekommen sich völlig frei zu dem Thema zu äußern
  • Für die Tiere muss es die Möglichkeit für Trinken/Schlafen und ein bisschen Bewegung geben
  • Die Regeln müssen allgemein gültig sein

Probleme mit der Einigung

Gerade am ersten Punkt gibt es oft die meisten Probleme. Gerade wenn man sich gegen die Hunde ausspricht wird man schnell als jemand abgestempelt, der Tiere nicht mag, es wird sich lustig gemacht oder ähnliches. Es wirkt ein bisschen wie der Umgang vor ein paar Jahren mit Vegetariern. Aber genau hier liegt das Problem, bei einem Hund komme ich nicht aus, wenn ich im Büro arbeiten muss. Und wenn der Kollege Angst vor Hunden hat, so mag dies irrational und teilweise auch unbegründet sein, aber nichts destotrotz ist es für den Kollgen jedes Mal eine Überwindung. Und ich finde es unangemessen, den dann oft gehörten Vorschlag „Aber der Hund hilft Dir ja bei Deiner Angstüberwindung“ zu machen. Jeder soll bitte selbst entscheiden, wann und wie er sich seinen Ängsten stellen möchte. Auf der Straße, im Privaten kann ich Hunden ausweichen, muss damit nicht direkt umgehen. Im Büro haben die Mitarbeiter keine Chance. Noch schlimmer ist es, wenn die Hunde mit in Meetings genommen werden, enger Raum, ein Kontakt nahezu unausweislich

Fazit

Ich persönlich finde Hunde am Arbeitsplatz nicht die beste aller Ideen, bin aber sehr überrascht mit wieviel Emotionen dieses Thema schnell hochkocht und aus meiner Erfahrung heraus gerade diejenigen, die sich dagegen aussprechen unverhältnismäßig behandelt werden und die Argumente auch schnell unsachlich und persönlich werden.

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